Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters Sant Pere de Rodes stammt aus dem Jahre 878. Es wurde Abhang des Verdeda-Berges errichtet, auf dessen Gipfel noch die Reste des alten Schlosses zu sehen sind, das unter dem Namen Sant Salvador de Verdera bekannt ist. In der Nähe des Klosters befinden sich auch die Ruinen der mittelalterlichen Siedlung Santa Creu de Rodes, die ehemals zum Kloster gehörte und deren Kirche, ein bedeutendes präromanischer Bau, der Heiligen Helena geweiht war.
Zum Bau des Klosters wurden am Berghang Terrassen angelegt, und die verschiedenen Gebäude sind gemäß den Gepflogenheiten bei den mittelalterlichen Klosterbauten um den zentralen Kreuzgang angeordnet, der in seiner heutigen Form etwa aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammt. Das Refektorium auf der Südseite und die Säle der Westseite sind die einzigen Räumlichkeiten des Klosters, die erhalten geblieben sind. Die übrigen Strukturen und auch die Anbauten im oberen Stockwerk sind praktisch nur noch Ruinen. Der monumentale Glockenturm stammt aus dem 12. Jahrhundert, weist aber deutliche Einflüsse der lombardischen Formgestaltung des 11. Jahrhunderts auf. An seiner Seite vervollständigt ein Wehrturm die Fassade; an ihm verweisen zahlreiche Anzeichen auf einen langen Bauprozeß, mit dem wahrscheinlich im 10. Jahrhundert begonnen worden war.
Die Kirche ist das wichtigste Gebäude des gesamten Klosters und befindet nördlich des Kreuzgangs auf der untersten Ebene des gesamten Ensembles. Sie besteht aus drei Längsschiffen und einem Querhaus mit zwei Nebenapsiden, die die großartige Zentralapsis flankieren; Diese verfügt über einen Chorumgang und erstreckt sich über die ganze Breite der drei Längsschiffe, so daß die Seitenschiffe als Verlängerungen des Umgangs aufgefaßt werden können. Abgesehen von der Struktur des Kopfteils beruht die außerordentliche Einzigartigkeit der Kirche von Sant Pere de Rodes in dem System, mit dem die Stützpfeiler für die Bögen und Gewölbe angeordnet wurden. Diese in der katalanischen Architektur einzigartige Anordnungsform besteht in einer doppelten Säulenordnung, mit der die der Apsis am nächsten gelegenen Hauptbögen des Schiffes getragen werden, und einer einfachen Säulenordnung für die Schildrippen, die alle von einem Hochpodest ausgehen. Dieser Strukturtyp ist angesichts seiner perfekten Konzeption und Ausführung ohnegleichen in unserer mittelalterlichen Architektur.
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